Tatra-Straßenbahn - Typ T6A2 & B6A2


 ► Typbezeichnung  ► Technische Daten DET6A2 & B6A2 BGT6A2B HUT6A2H  ► Umsetzungen  ► Statistik
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 ► Magdeburg
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 ► Schwerin

Prototypen

  T6A2 B6A2
Spurweite 1435 mm 1435 mm
Baujahr 1985 1985
Anzahl gefertigter Wagen 2 1
Betriebsnummern 0020, 0021 0022
Traktionen T6A2, T6A2+T6A2, T6A2+B6A2, T6A2+T6A2+B6A2
Wagenabgaben 1986: 2 ► Dresden 1986: 1 ► Dresden

1978 verhandelte ČKD mit der DDR über einen Nachfolger für den Typ T4D. Die DDR entschied sich für die Beschaffung eines Triebwagens T5A2 mit Thyristorsteuerung und - sehr zum Ärger des Herstellers, der partout keine Beiwagen mehr bauen wollte - für einen gleichartigen B5A2. Schließlich wurde die Lieferung des Musterzuges (zwei Triebwagen und ein Beiwagen) für 1984 vereinbart. Das erste Musterfahrzeug war 1981 ein T5A5 mit der Wagennummer 8013. Obgleich er sehr gefällig ausgeführt, harmonisch wirkend und dem modernen Stand der Technik entsprechend, blieb er ein Einzelgänger und diente bei ČKD zur Erprobung neuer Baugruppen und Ausrüstungsteile. 1985 baute ČKD mit einjähriger Verspätung den versprochenen Musterzug der neuen Generation für die DDR, jedoch nicht mehr als T5A2 und B5A2, sondern als T6A2 und B6A2. Beide Baumustertriebwagen mit den Nummern 0020 und 0021 sowie der dazugehörige Beiwagen mit der Nummer 0022 wurden ausgiebig in Prag erprobt, ehe sie an die DDR ausgeliefert wurden.

T6A2 & B6A2

Berlin

  T6A2 B6A2
Spurweite 1435 mm 1435 mm
Lieferzeitraum 1988 - 1990 1988 - 1990
Anzahl gelieferter Wagen 118 59
Betriebsnummern 218 101 - 218 218 268 201 - 268 259
Traktionen T6A2, T6A2+B6A2, T6A2+T6A2, T6A2+T6A2+B6A2
Umbauten / Sonderfahrzeuge 1993: 13 T6A2M (Betr.-Nr. 8112, 8121, 8135, 8137, 8138, 8141-8143, 8149, 8150, 8152, 8158, 8159)
1994: 41 T6A2M
1995: 42 T6A2M
1996: 22 T6A2M
1993: 6 B6A2M (Betr.-Nr. 8521, 8526-8530)
1994: 21 B6A2M (Betr.-Nr. 8501-8508, 8511, 8514, 8531-8535, 8540, 8541, 8543, 8545-8547)
1995: 21 B6A2M (Betr.-Nr. 8510, 8515, 8516, 8520, 8536-8539, 8542, 8544, 8549-8559)
1996: 11 B6A2M (Betr.-Nr. 8509, 8512 8513, 8517-8519, 8522-8525, 8548)
Bestand
  1990 1995
T6A2 | B6A2 118 | 59 35 | 17

Zwischen 1988 und 1991 wurden 118 T6A2 und 59 B6A2 nach Berlin geliefert. Sie werden zuerst vom Betriebshof Marzahn aus als Großzüge (Tw+Tw+Bw) auf den am stärksten belasteten Strecken eingesetzt sowie ab 1991 auch vom Betriebshof Köpenick aus. 1992 wird der erste Zug zur Modernisierung nach Mittenwalde überführt. Ab 1993 werden auch vom Betriebshof Niederschönhausen T6 im Pankower Teilnetz eingesetzt.
Am 17. Juli 1996 fand die Abschiedsfahrt der nicht modernisierten T6A2 statt. Aus diesem Anlass waren der Großzug 8161+8163+8548 auf der Linie 6 und der Großzug 8156+8157+8525 auf der Linie 8 im Einsatz.

 
  T6A2M B6A2M
Modernisierungszeitraum 1993 - 1996 1993 - 1996
Ausführendes Unternehmen Mittenwalder Gerätebau (MGB) Mittenwalder Gerätebau (MGB)
Anzahl modernisierter Wagen 118 64
Betriebsnummern 5101-5218 5501-5564
Traktionen T6A2M, T6A2M+B6A2M, T6A2M+T6A2M, T6A2M+T6A2M+B6A2M (nicht im Linienverkehr)
Umbauten / Sonderfahrzeuge 2006: 5199 PUMA-Werbezug 2006: 5535 PUMA-Werbezug
Wagenübernahmen - 1995: 5 ČKD (5560-5564)
Wagenabgaben 2007: 2 ► Szczecin [PL] (Betr.-Nr. 5206, 5209)
2008: 30 ► Szczecin [PL] (Betr.-Nr. 5101-5103, 5105, 5106, 5108, 5185-5188, 5191, 5192, 5194, 5195, 5200-5205, 5207, 5208, 5210, 5211, 5213-5218)
2010: 22 ► Szczecin [PL] (Betr.-Nr. 5111, 5113, 5115, 5116, 5119-5121, 5124, 5126, 5127, 5129-5132, 5134, 5140, 5144-5147, 5153, 5165)
2011: 6 ► Norrköping [SE] (Betr.-Nr. 5114, 5122, 5128, 5133, 5136, 5160)
2011: 1 ► Frankfurt (Oder) (Betr.-Nr. 5118)
2013: 30 ► Dnipropetrowsk (Betr.-Nr. 5107, 5109, 5110, 5123, 5125, 5138, 5139, 5148, 5149, 5158, 5159, 5164, 5166, 5171-5173, 5175-5181, 5183, 5184, 5189, 5193, 5197, 5198, 5212)
2014: 2 ► Magdeburg (Betr.-Nr. 5112, 5151)
2015: 1 ► Magdeburg (Betr.-Nr. 5168)
2009: 12 ► Magdeburg (Betr.-Nr. 5516, 5540, 5542, 5544, 5546, 5549, 5553, 5554, 5557, 5560-5562)
Bestand
  1995 2000 2005 2010 2014 02.2015
T6A2M | B6A2M 83 | 42 118 | 64 118 | [59] [62] | [44] [18] | [43] [17] | [43]

Am 22. Dezember 1993 wurden die ersten beiden modernisierten T6A2 (5112 und 5143) der Presse vorgestellt. Der erste modernisierte B6A2 (5521) traf erst Anfang 1994 aus Mittenwalde in Berlin ein. Alle modernisierten T6 wurden in Niederschönhausen und Schöneweide/Köpenick stationiert. Eingesetzt werden sie in den Zug-Kombinationen T6 (Solo), T6+B6, T6+T6. Bis 1996 erfolgte die Modernisierung aller T6A2 / B6A2 der BVG. Zusätzlich wurden von ČKD fünf ursprünglich für Rostock vorgesehene B6A2-Rohbauwagenkästen übernommen und ebenfalls modernisiert.
Der Einsatz der Wagen vom Betriebshof Niederschönhausen endete am 01.10.2000. Sie wurden dort zuletzt auf den Linien 50, 52 und 53 eingesetzt. Seit Juni 2002 sind alle 64 Beiwagen im Betriebshof Schöneweide abgestellt.
Am 3. Oktober 2007 erfolgte eine Foto-Sonderfahrt mit einem T6A2M-Großzug, bestehend aus den Wagen 5182-5206-5563. Kurz darauf verließen die ersten zwei von 32 T6A2M Berlin in Richtung Stettin. Zur offiziellen T6A2M-Abschiedsfahrt am 6. Dezember 2007 kam mit dem Zug 5182-5563 noch einmal ein B6A2M in den Fahrgasteinsatz. Als letzte T6-Traktion im Fahrgastverkehr war der Zug 5116-5186 am 8. Dezember 2007 im Einsatz.

 

Im April 2009 wurden 12 Beiwagen vom Typ B6A2M nach Magdeburg abtransportiert, wo sie nach Anpassung der Elektronik hinter Niederflurwagen vom Typ NGT8D zum Einsatz kommen sollen.
Von April 2010 bis Anfang September 2010 verließen weitere 22 T6A2M Berlin mit Ziel Stettin.
Ende September 2010 wurde der T6 5104 nach Ausbau noch verwendbarer Teile verschrottet.
Ende Januar und Anfang Februar 2011 wurden je drei T6A2M nach Norrköping abtransportiert, um kurzfristig den durch die verspätete Lieferung von Niederflurwagen entstandenen Wagenmangel nach der Inbetriebnahme einer Neubaustrecke auszugleichen.
Am 16. März 2011 wurde der T6A2M 5118 in die Werkstatt der Geraer Straßenbahn abtransportiert. Er wird dort mit Meterspurdrehgestellen versehen und zu einem Arbeitswagen für die Straßenbahn Frankfurt (Oder) umgebaut.
Am 16. Januar 2013 wurden 16 von 30 T6A2M für Dnipropetrowsk verladen. Die zweite Charge mit 14 T6A2M verließ Berlin am 1. März 2013.

Dresden

  T6A2 B6A2
Spurweite 1450 mm 1450 mm
Lieferzeitraum 1988 1988
Anzahl gelieferter Wagen 2 1
Betriebsnummern 226 003 - 226 004 276 002
Traktionen T6A2, T6A2+B6A2, T6A2+T6A2, T6A2+T6A2+B6A2
Umbauten / Sonderfahrzeuge 1991: Stadtrundfahrtzug 226 001, 226 002 1991: Stadtrundfahrtzug 276 001
Wagenübernahmen 1986: 2 ČKD (Betr.-Nr. 226 001, 226 002) 1986: 1 ČKD (Betr.-Nr. 276 001)
Bestand
  1990 1995 2000 2005 2010 2015
T6A2 | B6A2 4 | 2 4 | 2 4 | 2 1 | 0 1 | 0 1 | 0

1986 erhielt Dresden den Prototyp-T6A2-Großzug für die DDR. Diesem folgte 1988 ein weiterer Serien-Großzug (Tw+Tw+Bw).
1991 wurde der Prototyp-T6A2-Großzug als Stadtrundfahrt-Zug hergerichtet. Er erhielt in diesem Zusammenhang Polstersitze, Teppichboden sowie zusätzliche Sitzplätze (jeweils 4 in den Trieb- und 6 im Beiwagen). Die ursprünglich silberne Lackierung (s. Bild 4) wich 1993 der weißen mit gelbem und anthrazitfarbenem Streifen (s. Bild 7). Die Stadtrundfahrt wurde im November 2000 ein- und beide Großzüge abgestellt. Im August 2002 wurden alle Fahrzeuge bis auf den 1. Prototyp-T6A2 verschrottet.
Der T6A2 226 001 zählt seitdem zu den historischen Triebwagen in Dresden und wurde bis April 2006 komplett restauriert.

Leipzig

  T6A2 B6A2
Spurweite 1435 mm 1435 mm
Lieferzeitraum 1988 - 1990 1988 - 1990
Anzahl gelieferter Wagen 28 14
Betriebsnummern 1001-1028 801-814
Traktionen T6A2, T6A2+B6A2, T6A2+T6A2, T6A2+T6A2+B6A2
Umbauten / Sonderfahrzeuge 1988: Stadtrundfahrtzug 1001, 1002 1988: Stadtrundfahrtzug 801
Wagenabgaben - -
Bestand
  1990 1995 2000 2005 2010 2015
T6A2 | B6A2 28 | 14 28 | 14 28 | 14 28 | 14 [28] | [14] [1] | [1]

Ende 1988 wurde der erste T6A2 angeliefert. Er erhielt in Leipzig Neulack in cremeweiß und die Nummer 1001 (s. Bild 1). Am 14.03.1989 erfolgte während der Leipziger Frühjahrsmesse die offizielle Übergabe des nunmehr elfenbein/hellblau lackierten Wagens 1001 im Rahmen einer kleinen Feier im "Straßenbahnhof der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft" - heute wieder "Angerbrücke" (s. Bild 2). Der Tw 1001 verfügte anfangs ebenso wie Tw 1002 und Bw 801 über eine abweichende Inneneinrichtung, da mit diesen Fahrzeugen die für Leipzig traditionellen Stadtrundfahrten mit der Straßenbahn wieder aufleben sollten. Zum Jahreswechsel 1989/1990 erfolgte die Anlieferung der Wagen 1003-1014 und 802-805, im Frühjahr 1990 erfolgte deren Inbetriebnahme und Stationierung im Straßenbahnhof Wittenberger Straße, wo auch die Wagen 1001/1002/801 bereits zuhause waren. Eingesetzt wurden die Wagen in allen Zugbildungs-Varianten zumeist auf der Linie 21. Die zum Jahreswechsel 1990/1991 gelieferten Tw 1015-1028/Bw 806-814 erlebten ihre Feuertaufe zur Leipziger Frühjahrsmesse 1991 (s. Bild 4). Durch die politische Wende kam das Aus für Neufahrzeuge aus Tschechien und so bildeten die Fahrzeuge mit maximal 14 Großzügen eine unbedeutende Minderheit im Leipziger Fahrzeugpark.
Dies wurde den Fahrzeugen in sofern zum Verhängnis, als das nur geringe Mittel aufgewandt wurden um die Fahrzeuge zu modernisieren. Während die Triebwagen (von den Begrenzungsleuchten und einigen anderen Details abgesehen) sich äußerlich noch weitgehend im Originalzustand befinden, erhielten die Beiwagen bereits Klappfenster anstatt der Tatra-typischen Schiebefenster.
Am 30.11.2007 erfolgte der letzte Linieneinsatz des LVB internen Typ 35 / 67 (T6A2 / B6A2) mit den Zügen 1025+1024 und 1028+814. Auf Grund bis dahin noch bestehender Cross-Border-Leasing-Verträge waren die Wagen bis zum Jahreswechsel 2010/2011 "werterhaltend" abgestellt und wurden anschließend im März/April 2011 verschrottet.
Der T6A2 1001 und der B6A2 801 gehören heute zum Bestand der historischen Fahrzeuge.

Magdeburg

  T6A2 B6A2
Spurweite 1435 mm 1435 mm
Lieferzeitraum 1989 1989
Anzahl gelieferter Wagen 6 3
Betriebsnummern 1275-1280 2143-2145
Traktionen T6A2, T6A2+B6A2, T6A2+T6A2, T6A2+T6A2+B6A2
Wagenübernahmen 1990: 6 ► Schwerin (Betr.-Nr. 1281-1286) 1990: 3 ► Schwerin (Betr.-Nr. 2146-2148)
Bestand
  1990 1995
T6A2 | B6A2 12 | 6 11 | 6

Ende 1989 trafen die ersten 6 Triebwagen vom Typ T6A2 und 3 Beiwagen vom Typ B6A2 ein. Im Jahre 1990 wurden die nach Schwerin gelieferten T6A2 und B6A2 übernommen.
Nach einem Unfall im Jahr 1994 schied T6A2 1286 aus dem Einsatzbestand aus und wurde Anfang 1995 verschrottet.

 
  T6A2 B6A2
Modernisierungszeitraum 1995 - 1997 1995 - 1997
Ausführendes Unternehmen MVB Hauptwerkstatt MVB Hauptwerkstatt
Anzahl modernisierter Wagen 11 6
Betriebsnummern 1275-1285 2143-2148
Traktionen T6A2, T6A2+B6A2, T6A2+T6A2, T6A2+T6A2+B6A2
Bestand
  1995 2000 2005 2010 2015
T6A2 | B6A2 11 | 6 11 | 6 11 | 6 11 | 6 4 | 2

Alle T6A2/B6A2 bis auf den verunfallten Wagen 1286 wurden zwischen 1995 und 1997 in der Hauptwerkstatt der MVB modernisiert.

  T6A2M B6A2M
Modernisierungszeitraum (2015) ab 2009
Ausführendes Unternehmen MVB Hauptwerkstatt MVB Hauptwerkstatt
Anzahl modernisierter Wagen (3) 11
Betriebsnummern ? 2201-2211
Traktionen (T6A2M) NGT8D+B6A2M
Wagenübernahmen 2014: 2 ► Berlin (Betr.-Nr. [5112], [5151])
2015: 1 ► Berlin (Betr.-Nr. [5168])
2009: 12 ► Berlin (Betr.-Nr. 2201-2211, [5560])
Bestand
  2010 03.2015
T6A2M (ex Berlin)   [3]
B6A2M (ex Berlin) [11] 11

Im April 2009 wurden aus Berlin 12 modernisierte Beiwagen vom Typ B6A2M übernommen, von denen 11 nach Anpassung der Elektronik hinter Niederflurwagen vom Typ NGT8D zum Einsatz kommen sollen. Wagen 5560 wurde als Ersatzteilspender ausgeschlachtet und anschließend verschrottet.
Die ersten beiden Zugkombinationen aus NGT8D und B6A2M wurden am 2. März 2011 präsentiert und dem Linienverkehr übergeben. Die Adaption der NGT8D sowie die Anpassung der Beiwagen für den Betrieb hinter den Niederflurwagen kostet pro Zugkombination ca. 120.000 Euro.

Am 27. Juli 2012 endete der Einsatz von T6A2-Großzügen und am 27. Januar 2013 fand der letzte (offizielle) Einsatztag von Tatrawagen in Magdeburg statt.
Aus den Wagen 1280-1281-2144 und 1282-1283-2147 wurden zwei Großzüge gebildet, die seitdem als Reservezüge zur Verfügung stehen und nach dem Auffahrunfall zweier Niederflurwagen im Januar 2014 wieder häufiger auf der Linie 8 eingesetzt werden.
Im Mai 2014 wurden die anderen sieben T6A2 und vier B6A2 verschrottet.
Im September 2014 wurden aus Berlin zwei T6A2M übernommen, die als Fahrschul- und Arbeitswagen zum Einsatz kommen sollen.

Rostock

  T6A2 B6A2
Spurweite 1435 mm 1435 mm
Lieferzeitraum 12.1989, 04.1991, 07.1991 01.1990
Anzahl gelieferter Wagen 24 6
Betriebsnummern 601-612, 613-622, 623-624 801-806
Traktionen T6A2 (Nachtverkehr),
T6A2+T6A2 (bis 12.1999)
T6A2+B6A2 (bis 06.1997),
T6A2+T6A2+B6A2 (04.1990-02.1991)
Umbauten / Sonderfahrzeuge 1995: 3 T6A6M (Betr.-Nr. 609, 610, 601)
1996: 6 T6A6M (Betr.-Nr. 612, 611, 608, 602, 607, 604)
1997: 4 T6A6M (Betr.-Nr. 603, 605, 606, 619)
1998: 4 T6A6M (Betr.-Nr. 620-623)
1999: 5 T6A6M (Betr.-Nr. 624, 613-616)
2000: 2 T6A6M (Betr.-Nr. 617, 618)
 
Wagenabgaben   2005: 6 ► Szeged [HU] (Betr.-Nr. 901-906)
Bestand
  1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004
T6A2 | B6A2 12 | 6 24 | 6 24 | 6 15+[3] | 3+[3] 6+[3] | [6] [2] | [6] - | [6] - | [6]

Rostock hatte zwei Jahrzehnte lag keine Neubaufahrzeuge erhalten, als im Dezember 1989 die ersten 12 Triebwagen T6A2 und Anfang 1990 6 Beiwagen B6A2 eintrafen. Die Wagen waren komplett cremefarben, vor der Indienststellung wurde ein roter Zierstreifen lackiert (s. Bild 1). Ab 18. Januar 1990 erfolgte der Einsatz in Doppeltraktion (Tw+Tw) und ab 23. April waren auch Großzüge (Tw+Tw+Bw) auf der Linie 2 im Einsatz. 1990 folgten weitere 10 T6A2-Triebwagen. Die Bestellung der 5 B6A2-Beiwagen wurde storniert und in 2 weitere T6A2 umgewandelt, die eigentlich für Chemnitz gebaut, dort jedoch ebenfalls storniert worden waren.
Da mit der Wende das Fahrgastaufkommen stark zurückgegangen war, konnte bereits ab 1991 auf den Einsatz von Großzügen verzichtet werden, wodurch sich der Tatra-Einsatz nicht mehr auf die Linien 1 und 2 konzentrierte.
Um die Einholmstromabnehmer der bestellten Niederflurwagen zu testen, rüstete man 1992 den T6A2 613 mit einem solchen Bügel aus (s. Bild 2).
Ab 1994 wurden die Tatras in den neuen RSAG-Farben (blau, mit weißem Streifen und grauer Schürze) lackiert und die jeweils führenden Triebwagen (ungerade Nummern) erhielten Matrixanzeigen anstatt der üblichen Rollfilme und Zuglaufschilder (s. Bild 5).
Die sechs 1996/97 abgestellten B6A2 wurde Anfang 2005 nach Szeged (Ungarn) abgegeben, wo bereits T6A2 ohne Beiwagen im Einsatz sind. Der bis 2012 bestehende Leasingvertrag der bislang einen Verkauf oder eine Verschrottung verhinderte, wurde anscheinend mit übernommen.

  T6A2M
Modernisierungszeitraum 05.1996 - 07.2001
Anzahl modernisierter Wagen 24
Betriebsnummern 701-712, 801-812
Traktionen T6A2M+T6A2M (bis 2002), T6A2M+4NBWE (ab 07.2001)
Umbauten / Sonderfahrzeuge 2009 Rangier- und Kurvenschmierwagen 551 (ex 808)
2011 Rangierwagen 552 (ex 707)
Wagenabgaben -
Bestand
  1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 08.2015
T6A2M 6 15 22 24 24 24 24 19+[4] 19 9+[1] 3+[1]
   

Im Sommer 1995 begann die Modernisierung der ersten beiden T6A2 (609 / 610) im Rahmen der anstehenden Hauptuntersuchung. Dabei wurden die Falttüren durch Außenschwenktüren ersetzt, die Inneneinrichtungsfarben denen der ► 6NGTWDE angepasst und neue Scheinwerfer sowie ein neues Heizungssystem installiert. Die ersten beiden T6A2M (707 / 807) wurde auf dem Betriebshoffest am 15. Juni 1996 präsentiert. Im Sommer 2001 wurde mit der Inbetriebnahme des 24. T6A2M (803) die Modernisierung abgeschlossen. Die Triebwagen wurden zu Doppeltraktionen gekuppelt - jeweils führender (700er Nummer) und geführter Triebwagen (800er Nummer). Die Beiwagen (900er Nummer) wurden mit Ablauf ihrer HU abgestellt (s. Bild 3).
Ab 2001 wurden die Züge wieder getrennt und 22 der 24 Triebwagen mit Niederflurbeiwagen vom Typ ► 4NBWE versehen (Nummer entsprach der Nummer des Triebwagens + 50). In diesem Zusammenhang erhielten alle T6A2M ausschließlich im Heck eine Scharfenberg-Kupplung, während sich unter dem Prallelement in der Front nur eine Albertkupplung als Hilfskupplung für Schleppfahrten verbirgt. Dadurch sind keine reinen T6A2M-Traktionen mehr möglich. Die bisherigen geführten Triebwagen (800er Nummer) erhielten neue Matrix-Zielanzeigen (s. Bild 9). Somit ist es der RSAG möglich alle Kurse mit Niederfluranteil anzubieten. Die beiden zuletzt modernisierten Triebwagen erhielten keinen Beiwagen und übernehmen die Beiwagen von Triebwagen, die sich in einer HU oder anderer Untersuchung befinden.
Seit Ende 2006 werden die T6A2M 705 (abgestellt) und 808 (als ATw genutzt) nicht mehr im Personenverkehr eingesetzt. Es wurden komplett neue Züge zusammengestellt, die jedoch keinen nummernmäßigen Bezug mehr haben (s. Bild 7).
Im Mai 2009 wurde der T6A2M 811 ausgeschlachtet und anschließend verschrottet. Nach gut zweieinhalb Jahren der Abstellung wurde der T6A2M 705 aufgearbeitet und neu lackiert. Seit dem 17. Juli kam er zusammen mit dem Beiwagen 859 zum Einsatz, der zuvor hinter Tw 811 hing.
Seit Ende Juli 2009 befand sich der T6A2M 808 im Umbau zum Arbeitswagen. Bereits seit November 2006 diente er als Abschlepp- und Rangier-Tw, erhielt jetzt jedoch zusätzlich eine Kurvenschmiereinrichtung und eine orange Lackierung.
Zum Jahreswechsel 2010/11 wurden die fünf T6A2M 707, 709, 712, 807 und 809 sowie fünf ► 4NBWE abgestellt. Vier der T6A2M wurden bis Anfang Juli 2011 ausgeschlachtet und anschließend verschrottet. Wagen 707 wurde zum zweiten T6-Arbeitswagen mit der Nummer 552.

Im Jahr 2014 wurden die neun T6A2M 706, 802, 803, 810, 702, 804, 711, 801 und 812 verschrottet. Im Januar/Februar 2015 wurden die drei T6A2M 703, 708 und 806 verschrottet.
Am 24. April 2015 wurden im Rahmen der Tatra-Verabschiedung letztmalig die drei T6A2-4NBWE Züge 701-760, 705-756 und 710-852 im Linienverkehr auf der Linie 1 eingesetzt.
Im Juni bzw. August 2015 wurden die drei T6A2M 705, 805 und 710 verschrottet.

Schwerin

  T6A2 B6A2
Spurweite 1435 mm 1435 mm
Lieferzeitraum 1989 1989
Anzahl gelieferter Wagen 6 3
Betriebsnummern keine Nummern vergeben keine Nummern vergeben
Traktionen T6A2 - nicht im Linienverkehr
Wagenabgaben 1990: 6 ► Magdeburg 1990: 3 ► Magdeburg

1989 gelangten drei T6-Großzüge (6 T6A2 & 3 B6A2) als Nachfolger für die T3D nach Schwerin. Da das Netz jedoch für 2,50 m breite Fahrzeuge ausgelegt war, konnte man mit den nur 2,20 m breiten Wagen nichts anfangen und gab diese ohne Einsatz 1990 nach Magdeburg weiter.

T6A2B

BGSofia

  T6A2B T6A2SF
Spurweite 1009 mm 1009 mm
Lieferzeitraum 1990 1999-2000
Anzahl gelieferter Wagen 40 17
Betriebsnummern 2001-2040 2041-2057
Traktionen T6A2, T6A2+T6A2 T6A2, T6A2+T6A2
Bestand
  1990 1995 2000 2005 2010 2012
T6A2B 40 40 40 40 40 > 36
T6A2SF     17 17 17 > 15

1990 erhielt Sofia eine erste Serie von 40 T6A2B für sein Schmalspurnetz. Dieser folgte 1999/2000 eine zweite und letzte Serie von 17 T6A2SF, die mit der moderneren TV14-Steuerung ausgestattet waren und daher nicht im Zugverband mit den T6A2B verkehren können. Auffälligster Unterschied ist die Matrixzielanzeigen an Stelle der herkömmlichen Zielfilme.

 

T6A2H

HUSzeged

  T6A2H B6A2
Spurweite 1435 mm 1435 mm
Lieferzeitraum 1997 -
Anzahl gelieferter Wagen 13 -
Betriebsnummern 900-912 -
Traktionen T6A2, T6A2+T6A2, T6A2+TB6A2
Umbauten / Sonderfahrzeuge - 2007: TB6A2 950 (ex 906)
2008: TB6A2 951 (ex 903)
2009: TB6A2 952 (ex 901), 953 (ex 904)
2009-10: KT8A3-M-LF (ex 902/905)
Wagenübernahmen - 2005: 6 ► Rostock (ex Betr.-Nr. [901]-[906])
Bestand
  2000 2005 2010 2013
T6A2H 13 13 13 13
B6A2D   [6]    
TB6A2     4 4
KT8A3-M-LF     [1]  

Szeged erhielt 1997 dreizehn T6A2 in zwei Serien, nachdem man 1992 festgestellt hatte, dass das Netz für Fahrzeuge des Typs T6A5 ungeeignet ist.
Im Januar 2005 wurden aus Rostock alle sechs B6A2 übernommen. Da die Szegediner T6A2 keine Beiwagensteuerung besitzen, wurden vier B6A2 in führerstandslose Triebwagen umgebaut. Als erster wurde Wagen 950 (ex Rostock 906) im November 2007 fertig gestellt.
Bereits im September 2005 gab es Pläne für das Projekt KT8A3-M-LF: Aus zwei B6A2, einem neu zu fertigenden Niederflurmittelteil sowie neuen Fahrzeugfronten sollte ein dreiteiliger Niederflur- Gelenkwagen entstehen. Hierfür wurde aus einem B6A2 ein Mock-up für die neuen Fahrzeugfronten. Im Dezember 2008 wurden mit der Anlieferung weiterer KT4DM aus Potsdam die B6A2 902 und 905 abtransportiert.
Im September 2010 wurde das Projekt KT8A3-M-LF der Presse präsentiert: Ein Gerippe bestehend aus drei Wagenteilen mit neuen Fahrzeugfronten, die den auffälligsten Hinweis darauf geben, dass hier ein Straßenbahnwagen entsteht. Eine bedruckte Plane über der rechten Seite des A-Teil sowie der Hälfte des Mittelteils gab dem Betrachter eine Vorstellung davon, wie das Fahrzeug einmal aussehen würde.
Anfang März 2011 wurde eine Co-Produktionsvereinbarung zwischen der Bishoftu Automotive Industry (BAI) der MetEC (Metals and Engineering Corporation), Addis Abeba, Äthiopien als Kunden und der Dunai Repülőgépgyár Zrt. (Danubian Aircraft Company), Tököl, Hungary als Auftragnehmer eingegangen. Bei MetEC wird ein Schwesterfahrzeug des KT8A3-M-LF gefertigt.
Im Mai 2011 wurde der Direktor, Dósza Gábor, nach 8 Jahren abgelöst und die unter ihm begonnenen Projekte KT8A3-M-LF und KTNF6 gestoppt.

Umsetzungen

UADnipro (bis 2016 Dnipropetrowsk)

  T6A2M
Spurweite 1524 mm
Wagenübernahmen 2013: 30 ► Berlin (Betr.-Nr. 3013-3042)
Traktionen T6A2M+T6A2M
Bestand
  2013 2014 2015
T6A2M 16 + [14] 30 30

Anfang November 2012 wurde in der örtlichen Presse der Kauf von 30 Berliner T6 im Jahr 2013 zum Gesamtpreis von 15 Mio. UAH (ca. 1,4 Mio. EUR) veröffentlicht.
Die ersten 16 Wagen trafen per Bahn am 6. Februar 2013 in Dnipropetrowsk ein.
Einige Wagen erhielten Neulack, andere gingen im Zustand der Anlieferung in Betrieb. Die meisten Wagen erhielten Vollwerbung.

Die Wagen werden ausschließlich als Doppeltraktionen in festen Zügen mit aufeinanderfolgenden Wagennummern eingesetzt.

DEFrankfurt (Oder)

  T6A2M
Spurweite 1000 mm
Wagenübernahmen 2012: 1 ► Berlin (Betr.-Nr. 501)
Traktionen T6A2M
Bestand
  2015
T6A2M 1

Vom 16. März 2011 bis 20. September 2012 wurde der Berliner T6A2M 5118 in der Werkstatt der Geraer Straßenbahn zum Arbeitswagen für die Straßenbahn Frankfurt (Oder) umgebaut. Er erhielt neben Meterspur-Drehgestellen eine Schienenschleifeinrichtung, eine Fahrleitungseobachtungskanzel sowie einen zweiten Bügel zur Fahrleitungsenteisung. Die Lackierung in sonnengelb / antrazit wurde beibehalten. Am 22. September wurde der neue Arbeitswagen in Frankfurt vorgestellt und auf den Namen "Schleifi" getauft.

SENorrköping

  M11 (T6A2M)
Spurweite 1435 mm
Wagenübernahmen 2011: 6 ► Berlin (Betr.-Nr. 10-15)
Traktionen T6A2M, T6A2M+T6A2M
Bestand
  2011 2012 2013
M11 (T6A2M) 5 + [1] [6] [6]

Ende Januar und Anfang Februar 2011 wurden je drei T6A2M aus Berlin übernommen, um kurzfristig den durch die verspätete Lieferung der Niederflurwagen entstandenen Wagenmangel nach der Inbetriebnahme einer Neubaustrecke auszugleichen. Bereits zum 1. April 2011 ging die erste Doppeltraktion der in Norrköping als Typ M11 bezeichneten Wagen in den Linienverkehr.
Wagen 14 wurde kurz nach seiner Inbetriebnahme mit Motorschaden abgestellt, so dass T6A2M 12 als Solowagen eingesetzt wurde.

Seit Anfang März 2012 stehen noch zwei M11-Doppeltraktionen als Reserve bei größeren Wagenausfällen zur Verfügung.
Die Firma TD Rail im schwedischen Västeras hat die sechs T6A2M für insgesamt 150.000 SEK (ca. 15.000 EUR) gekauft. Gerüchten zufolge sollen sie zu Arbeitswagen umgebaut werden.

PLSzczecin | Stettin

  T6A2M
Spurweite 1435 mm
Wagenübernahmen 2007: 2 ► Berlin (Betr.-Nr. 201, 202)
2008: 30 ► Berlin (Betr.-Nr. 203-222, 1201-1210)
2010: 22 ► Berlin (Betr.-Nr. 223-238, 1211-1216)
Traktionen T6A2M, T6A2M+T6A2M, T6A2M+T6A2M+T6A2M
Bestand
  2010 2012 2013
T6A2M 54 53 52

Im Oktober 2007 wurden die ersten zwei T6A2M aus Berlin übernommen. Die Wagen werden in den Betriebshöfen Pogodno (200er Nummern) und Golęcin (1200er Nummern) beheimatet.
Bis September 2008 trafen insgesamt 32 T6A2M in Stettin ein.
Alle Wagen erhielten neue LED-Zielanzeigen die auch die polnischen Buchstaben korrekt darstellen können. Die Stationsansagen sowie die "Wagen hält"-Anzeigen sind ohne Funktion.
Bei besonders hohem Verkehrsaufkommen (z.B. zu Allerheiligen am 1. November) werden auch Dreifach-Traktionen eingesetzt.
Von April 2010 bis Anfang September 2010 trafen weitere 22 T6A2M aus Berlin ein. Die Wagen wurden im Anschluss an die erste Lieferung entsprechend der Betriebshof-Zuordnung nummeriert.

 

Anfang 2014 wurde die gesonderte Nummerierung der im Betriebshof Golęcin beheimateten Wagen aufgehoben und mit der Umnummerierung der Wagen begonnen. In nicht chronologischer Reihenfolge der Ursprungsnummerierung wurden die neuen Nummern 239-252 vergeben. Wagen 229 - der schon einige Zeit hinter Wagen 1211 lief - wurde zu 252, da die Wagen 230 und 1212 bereits 2012 bzw. 2013 verschrottet wurden. Dadurch sind die Nummern 229 und 230 der Reihe 201-252 nicht belegt. Anfang Juni 2014 waren die T6A2M 1209-1210 die letzten Wagen mit alter Nummer.

Statistik

Auslieferung nach Empfängerbetrieben und Baujahr:

Empfänger Typ Baujahr Summe
1985 1988 1989 1990 1997 1999 2000
Berlin T6A2D | B6A2D   64 | 30 30 | 17 24 | 17       118 | 59
Dresden T6A2D | B6A2D 2 | 1 2 | 1           4 | 2
Leipzig T6A2D | B6A2D   2 | 1 12 | 4 14 | 9       28 | 14
Magdeburg T6A2D | B6A2D     6 | 3         6 | 3
Rostock T6A2D | B6A2D     12 | 6 12 | 0       24 | 6
Schwerin T6A2D | B6A2D     6 | 3         6 | 3
Sofia T6A2B       40   10 7 57
Szeged T6A2H         13     13
Gesamtsumme 2 | 1 68 | 32 66 | 33 90 | 26 13 | 0 10 | 0 7 | 0 256 | 87

Bild-Quellen:
Uwe Berger
Marcel Goetze: www.Berlin-Straba.de
René Grosse
Hans-Jürgen Hankmann: www.Tramwaypics.de
Ingolf Menzel

Text-Quellen:
Die Straßenbahnen der Berliner Verkehrsbetriebe 1949-1991
Die Straßenbahnen in Berlin
Straßenbahnen in Ostdeutschland - Bände 2 + 3

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