GT6S - Braunschweig

  ► GT6S
Hersteller ASN / LHB / Siemens
Spurweite 1100 mm
Lieferzeitraum 1995
Anzahl gelieferter Wagen 12
Betriebsnummern 9551-9562
Traktionen Solo
Bestand
  1995 2000 2005 2010 2015
GT6S 12 12 12 12 12

05-06/1992 - 12 GT6S für insgesamt 43 Mio. DM (ca. 1,83 Mio. Euro pro Wagen) bestellt.
Zwischen Februar und August 1995 wurden alle 12 Wagen ausgeliefert.
Am 12.09.1995 begann die Fahrerausbildung auf den 12 neuen Niederflur-Triebwagen.
Ab 23.10.1995 Fahrgasteinsatz der GT6S
Ab dem 24.11.1995 mussten die ersten Niederflurwagen abgestellt werden. Mitte Dezember wurden alle 12 Niederflurwagen wegen technischer Probleme in der Software (Siemens-Produkt) abgestellt. Nachdem der Fehler bei den Niederflurfahrzeugen gefunden und beseitigt wurde, fahren die Fahrzeuge seit Ende Dezember wieder.
Am 01.10.1996 stellte man am Tw 9557 defekte Schrauben an den Drehgestellen fest. Seit dem 04.10. sind nun alle 12 Fahrzeuge abgestellt.
Die Niederflurbahnen waren bis zum 16.12.1996 abgestellt. Seit dem 17.12. sind wieder 3 Tw auf Strecke. Die Fahrgestelle wurden zu Reparaturarbeiten ins Herstellerwerk ADtranz in Nürnberg geschickt. Dies geschah nun schon zum zweiten Mal in der kurzen Einsatzzeit in Braunschweig. Außerdem wurden weitere Fehler gefunden, so war eine Feder falsch eingebaut und bei starkem Regen zeigten die Dächer undichte Stellen.
Die 4 provisorisch reparierten Niederflurbahnen, die Mitte Dezember wieder im Liniendienst waren, mussten bereits am 20.01.1997 auf anraten des TÜV Hannover erneut aus dem Verkehr genommen werden. Es wird vermutet, dass der Zulieferer der Drehgestelle die Keramitbeschichtungen im Radlager nicht lackiert hat und dort durch Risse Flüssigkeit eingedrungen ist. Alle 12 Niederflurwagen sollen überarbeitete Fahrgestelle mit neuen Lagerschalen, stärkeren Bolzen und Schrauben bekommen.
03-04/1997 Die Niederflurwagen sind nach erfolgter Reparatur wieder im Einsatz.
Im Mai/Juni 1998 waren Mitarbeiter der Firma ADtranz mal wieder damit beschäftigt, ihre Niederflurbahnen in Braunschweig zu reparieren. Die Schweißnähte, wo die Wagenkästen mit dem Dach verbunden sind, reißen. Die Arbeiten gestalten sich als sehr umfangreich. Es werden Löcher in die Wagenkästen geschnitten und Verstärkungsbleche hinter den gerissenen Schweißnähten angebracht. Am Tw 9554 dauert diese Aktion bereits mehrere Wochen.
Seit Mitte November 1998 ist der Tw 9560 für mehrere Monate abgestellt. Die Firma ADtranz hat die Fahrgestelle ausgebaut und das Fahrzeug auf U-Eisenträger gestellt und versucht nun erneut den Konstruktionsfehler an den Fahrgestellen zu beseitigen. Die reparierten Fahrgestelle werden dann unter den nächsten Niederflurwagen gebaut, so dass am Ende alle Niederflurfahrzeuge repariert sind und Tw 9560 als letzter wieder Fahrgestelle untergesetzt bekommt. Im Januar / Februar wurde der Tw 9560 mit den Fahrgestellen von Tw 9552 bestückt und ist wieder im Einsatz.
Im Oktober 2008 haben alle 12 Wagen Matrixanzeigen erhalten. Die älteren Zielfilmkästen wurden eingelagert, da neun dieser Fahrzeuge im Cross-Border-Leasing sind und an den Fahrzeugen keine Veränderungen vorgenommen werden dürfen. Die Ersatzteilbeschaffung für die Elektronik der Fahrzeuge ist mittlerweile so teuer und schwierig, dass Angebote von einem tschechischen Anbieter (Cegelec?) eingeholt wurden, um eventuell die Elektronik zu ersetzen.

Im Jahr 2015 wurde damit begonnen die Fahrzeuge in einem an die ► Solaris Tramino angelehnten Lackschema zu lackieren.

Text-Quellen:
Blickpunkt Straßenbahn: 1/1990 - 6/2009

© 2005 - 2016 Chris